Dass die Vorfahren wichtig für die eigene Identität sind, kennt man vor allem aus dem Adel. Hier bedeutete die Frage: Wer bist du?, immer auch: Von wem stammst du ab?. Deshalb gaben sich Adelige immer große Mühe, die eigene Abstammung bis weit in die Vergangenheit hinein belegen zu können. Das geschah zum Beispiel mit einer Ahnentafel wie dieser: Mit dieser Tafel ließ Augusta Charlotta Sophia von Plessen 1774 ihre adelige Abstammung bis in die vierte Generation darstellen.
In der jüngeren Vergangenheit wurde die Abstammung in Deutschland noch einmal sehr wichtig. Während der Herrschaft der Nationalsozialisten mussten Menschen, wenn sie z. B. als Beamte für den Staat arbeiten wollten, nachweisen, dass sie von 'arischen' Vorfahren abstammten. Dies taten sie mit einem sogenannten Ariernachweis wie diesem hier: Die Vorfahren einer Person werden bis ins Jahr 1817 aufgeführt.