Das 'Monument du Congo' im Stadtpark Brüssels wurde 1921 fertiggestellt und soll an die Heldentaten der belgischen Kolonialtruppen erinnern, die angeblich Zivilisation und Wohlstand in den Kongo brachten. Ihr Einsatz wird als Kampf gegen die Sklaverei dargestellt.
Florian Sochatzy, IDL
Kolonialismus Denkmal Brüssel
CC 4.0 BY-SA
Übersetzt steht auf dem Denkmal: 'Der belgische militärische Heldenmut vernichtete den arabischen Sklavenhandel.'
Das Wort L'ARABE wurde mehrfach ausgemeißelt und wieder angebracht. Heute sehen arabische und andere Migranten in Belgien diese Aussage als rassistisch an und entfernen das Wort L'ARABE. Ausländerfeindliche Gruppen bringen das Wort immer wieder an. Der historische Kontext, also die Frage, ob wirklich arabische Sklavenhändler bekämpft wurden und warum, spielt bei dieser Auseinandersetzung kaum eine Rolle.
Florian Sochatzy
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Englisches Kriegsmonument in Ypern in Form eines Triumphbogens: Viele tausend Namen im Ersten Weltkrieg gefallener englischer Soldaten wurden an den Wänden und der Decke des Denkmals angebracht. Bis heute werden hier regelmäßig Kränze abgelegt und Paraden abgehalten.
Florian Sochatzy, IDL
Bogen Engländer Montage
CC 4.0 BY-SA
Das 'Denkmal für die ermordeten Juden Europas' in Berlin ist ein sehr prägnantes Beispiel für ein Mahnmal. Es wurde zwischen 2003 und 2005 im Zentrum Berlins errichtet und kostete etwa 67 Millionen Euro. Im ersten Jahr kamen etwa 3,5 Millionen Besucher. Es besteht aus 2711 Betonstelen und soll an den europäischen Holocaust erinnern. Hier wird also keiner heldenhaften Tat gedacht, sondern eines fürchterlichen Völkermords.
Das Miami Beach Holocaust Memorial hat dasselbe Anliegen, die Formensprache ist jedoch eine völlig andere.
Obwohl heute bekannt ist, dass unter der Herrschaft Leopolds II. über den Kongo etwa 10 Millionen Menschen durch Hunger und Zwangsarbeit starben, gibt es in Belgien bis heute mehrere Denkmäler Leopolds II.
Das Atomium in Brüssel wurde 1958 als Symbol für das 'Atomzeitalter' und die friedliche Nutzung der Atomkraft erbaut. Es gilt heute als ein Wahrzeichen Brüssels bzw. Belgiens. Handelt es sich hier tatsächlich um ein Denkmal? Wie wird man wohl mit dem Atomium umgehen, wenn das 'Atomzeitalter' irgendwann zu Ende gegangen sein wird?
Dieses Mahnmal erinnert an den Völkermord an den Armeniern im Ersten Weltkrieg durch die Türken. Es steht in der armenischen Hauptstadt Jerewan. Die 44 Meter hohen Stelen symbolisieren die 'nationale Wiedergeburt' Armeniens. In der Mitte brennt ein 'ewiges Feuer'. Jedes Jahr im April pilgern tausende Menschen zum Denkmal. Sie wollen damit auch die Anerkennung des Völkermordes durch die Türken erreichen. Die Türkei weigert sich bis heute, den Massenmord als Völkermord anzuerkennen.
Das Ernst-Thälmann-Denkmal in Berlin: Viele Denkmäler des ehemaligen 'Ostblocks' verfallen heute und werden nicht mehr restauriert. Die Menschen haben kaum mehr ein Interesse an den 'alten Helden'.